Design + Gesundheit

Sportliche Bewegungsmuster: Wie bewegt man zu mehr Bewegung? Und welche Rolle spielen Sportvereine in der Zukunft?

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Semester
Art des Projekts

Ausgangspunkt

Wie finde ich ein gesellschaftlich relevantes, aktuelles und mich selbst motivierendes Masterthema? Die Suche hat mit den zwei Begriffen: Design + Gesundheit begonnen. Über drei Research-Stationen hat sich ein Researchkern heraus kristallisiert: Sportliche Bewegungsmuster.

Herleitung Research-Thema

Als Designer sehe ich es als meine Aufgabe aufmerksam durch die Welt zu gehen, nach Bedürfnissen der Menschen zu Fragen und Probleme in ihrer Entstehung oder in ihrem Kontext zu beleuchten. Tag für Tag beobachte ich viele Menschen, die etliche Stunden vor dem PC oder dem TV sitzen, über Rückenschmerzen klagen, sich aber nicht dazu motivieren können Sport zu machen oder sich mehr zu bewegen. Ich sehe, dass mangelnde Bewegung negative Folgen mit sich bringt. Vor allem auf die Gesundheit: Krebs, Depressionen, chronische Muskel-Skelett-Erkrankungen (MSE) um nur einige Krankheiten zu nennen. Gründe für den Bewegungsmangel? Omnipräsente Digitalisierung, fehlende Motivation für Sport oder unregelmäßige Tagesrhythmen. Was kann man also dagegen tun? Oder ist es erstrebenswert den Körper nach und nach stagnieren zu lassen während die Welt immer dynamischer wird? Ich bin gegen eine „Knopf-Druck-Gesellschaft“. Ich möchte Bewegung fördern.

Im Rahmen meines Master Research Projekts habe ich deshalb bestehende Lösungsansätze für Bewegungsförderung angeschaut und nachgefragt welche Rolle Sportvereine für die Bewegung des Einzelnen spielen. Strukturen in einem System: Bewegungsmuster im sportlichen Kontext.

Research-Prozess

Bei meiner Recherche habe ich versucht drei Blickwinkel einzunehmen.3 Perspektiven. Die gesundheitliche Perspektive, wo ich mich auf Daten aus dem Bereich des Public Health gestützt habe. Dieser Fachbereich behandelt Gesundheitsfragen im Gesamtgesellschaftlichen Kontext, was meiner Meinung nach sehr gut zu dem aktuellen Begriff des „Humanity Designs“ passt.

Die Design Perspektive macht vor allem den Umgang mit Nichtwissen einfacher. Nichtwissen dem man sich als Researcher in einem Teilfremden Bereich, hier die Gesundheit, stellen muss.Eine ausführliche Recherche zu digitalen und analogen bewegungsfördernden Maßnahmen hat mir geholfen das große Feld rund um Bewegung zu strukturieren.

Mit der gesellschaftliche Perspektive greife ich den Beobachtungs- bzw. Befragungs-momentauf. Konkret habe ich eine klassische anonyme Umfrage geschalten mit Sportverhalten, -motivation und -interessen. Parallel dazu habe ich ein Workshop-Toolset entwickelt mit dem ich die Perspektive der Bewegungsförderer in Form von Sportvereinen einholen konnte.

Die gestalterische Aufbereitung 

Im Rahmen der Hochschultagen an der HfK Bremen 2018 habe ich zu den 3 Research-Stationen, Register mit der gesammelten Recherche aufbereitet. Die sportlichen Bewegungsmuster haben sich aus der klassischen Umfrage heraus entwickelt. Um die Ergebnisse besser darstellen zu können habe ich die Teilnehmer der Umfrage kategorisiert (Sportvereinsmitglieder mit und ohne Ehrenamt, ehemalige Mitglieder und keine Mitglieder oder Fitnesstudiogänger. Die Entstehung der sportlichen Bewegungsmuster: Ich habe jede einzelne online Umfrage exportiert und diese immer nach der selben Regel auf einem Bogen angeordnet und die Antworten analog auf ein Transparent abgepaust.  Daraus haben sich dann die Bewegungsmuster entwickelt.  Auf dem Transparent sieht man alle Antworten in einer abstrahierten Form.


Plank Challenge Hfk Bremen


Sportliche Bewegungsmuster

Das Fazit

Mein Fazit und meine Sprungbrett für die Masterthesis ist die Erkenntnis, dass die Bewegung einen gesellschaftlichen Spiegel darstellt. Die Beziehung zwischen digitaler und realer Welt verschiebt sich: Schnelllebigkeit und Zeitmangel reißen ein. Ein Hohes Stresslevel.  Es entwickeln sich Trends zur körperliche Stagnation durch „Hyperdigitalsierung“ und auf der anderen Seite ein starker Selbstoptimierungsdrang. Der Ruf nach Stressabbau und körperlicher Fitness bestätigt diese Tendenz. Deshalb ist es mir wichtig Bewegung mit den Mitteln des Design zu fördern ohne auf eine Extremität ab zu zielen, sondern durch bewegende Gestaltung in Balance zu bleiben.


Die Tabata Chroniken – Sportübungs-Charts für Zuhause.

Reflexion

Die intensive Auseinandersetzung mit einem weit gefassten Thema hat mir geholfen eine Strategie mit dem Umgang von Komplexitäten zu entwickeln und den Umgang mit Wissen und Nicht-Wissen besser zu meistern. Eine Quintessenz für die bestehende Masterthesis zu formulieren.