Digital Love – In fünf Sinnen

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Sachverhalt „Liebe ist im Allgemeinen die Bezeichnung für die stärkste Zuneigung und Wertschätzung, die ein Mensch einem anderen entgegenzubringen in der Lage ist.“
Früher lernte man seinen zukünftigen Partner meist schon im Jugendalter kennen und heiratete jung, sei es wegen finanziellen Vorteilen, sozialem Druck oder aus ehrlicher Liebe. Heute leben wir in einer Generation, in der 25 % der deutschen Bevölkerung Single sind – so viele wie noch nie zuvor. Das ist der Preis, den wir für unsere moderne und globale Welt zahlen müssen. Die Möglichkeiten sind grenzenlos, was früher der sichere und lebenslange Arbeitsvertrag war, ist heute die Freiheit. Außerdem gibt es keine soziale Verpflichtung mehr einen Partner zu haben.
In einer Welt, in der unser Alltag digital ist, ist es nur eine logische Konsequenz, dass auch die Liebe digital wird. Online Partnervermittlung, Dating-Apps und Speeddating zeihen in unseren Alltag ein. Viele davon mit Erfolg. Dennoch wird eine Liebe, welche sich online gefunden hat, meist als weniger „echt“, weniger „wertvoll“ empfunden. Es fühlt sich an, als hätte man im „echten Leben“ versagt. Sich online Schuhe zu bestellen ist in Ordnung, aber nach einem für sich passenden Partner zu suchen ist fragwürdig. Dabei vergessen viele, dass sich der ideale Partner nicht automatisch in derselben Stadt befinden muss, oder auch, dass beruflich stark eingebundene Personen oft keine Zeit haben für abendelange Streifzüge durch Bars. Wer sich online auf die Suche begibt, ist nicht weniger verzweifelt als alle anderen auch. Im Gegenteil, aufgrund der voreingestellten Suchkriterien, Psychotests und Algorithmen, werden Personen gefunden, welchen man sonst wohl nie begegnet wäre.
Dating Websites sind schon seit vielen Jahren erfolgreich und versprechen eine Garantie. Die Einfachheit der Bedienung und die Unabhängigkeit schaffen viele Nutzer. Der einzige größere Nachteil ist die oberflächliche und voreilige Bewertung. Vielleicht hätte die Person im realen Leben eine Chance, aber online fällt sie sofort raus, wenn das Bild nicht gefällt. Liebe als Zuneigung und Wertschätzung kann sowohl analog wie auch digital entstehen.

Umsetzung Für meine Umsetzung entschied ich mich, beides zu verbinden. Ich möchte der digitalen Welt wieder mehr Persönlichkeit entgegensetzen. Entstanden ist ein Konzept für eine Partnervermittlung mit dem Namen „in fünf Sinnen“. Der Name bezieht sich auf die biochemische Reaktion des Körpers mit seinen Sinnen. Eine fremde Person wird unterbewusst von uns mithilfe unserer Augen, Ohren, Nase, Zunge und Haut wahrgenommen. So erkennen wir nach nur ein paar Sekunden, ob unser Gegenüber ein potenzieller Partner sein könnte oder nicht. Diese unverfälschte körperliche Reaktion wird als Metapher verwendet und bietet eine neue Plattform des Kennenlernens.
In fünf Sinnen ist eine online Partner Vermittlung, welche sich mit dem Kennenlernen einer Person analog auseinandersetzt. Bei Anmeldung erhält man eine große Box mit fünf kleineren
Boxen, diese füllt die Person nach eigenem Ermessen und eigener Kreativität und schickt sie an „in fünf Sinnen“ zurück. Auf Grundlage, der bei Anmeldung online abgegebenen Daten wird, über einen Algorithmus ein passender Partner gesucht. Beide bekommen einmal die Woche, fünf Wochen lang einen „Sinn“ – in Form einer gefühlten Box, der ausgewählten Person, zugesendet. Mit jedem Sinn lernen sie die fremde Person ein Stück besser kennen und können entscheiden, ob der Kontakt weiter geführt werden soll. Mithilfe der verschiedenen Sinne in Form von Paketen wird die digitale Welt wieder ein Stück analoger und entschleunigt. Gleichzeitig wird einer Person wieder mehr Zeit und Wert geschenkt. Es entstehen intime und besondere Momente, wobei ich selbst entscheiden kann was genau ich preisgebe.