AID

Das AID Projekt wirft einen Blick auf die Verwaltungs- und Integrationsstrukturen für ausländische Gaststudierende an der Hochschule für Künste Bremen

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Lennart Klein: AID


International students der HfK Bremen

Einführung Bund und Länder haben in einer gemeinsamen Internationalisierungsstrategie das Ziel formuliert, die Zahl ausländischer Studierender bis zum Jahr 2020 auf 350.000 zu erhöhen. Internationalisierung ist ein Mega-Trend im deutschen Wissenschafts- und Hochschulsystem. Auch die Hochschule für Künste Bremen (HfK) hat sich das Ziel gesetzt, eine höhere Internationalisierung zu erreichen. Das AID-Projekt wirft einen Blick auf die Verwaltungs- und Integrationsstrukturen für ausländische Gaststudierende an der HfK Bremen.

In Gesprächen mit dem International Office stellte sich schnell heraus, dass die Webseite der HfK als Kommunikator aufgrund der Fülle an relevanten Informationen für die Austauschstudenten als ungeeignet einzustufen ist. Aus diesem Umstand heraus wurde die Idee für das sogenannte AID Programm geschaffen.

A is for AID An der Hochschule für Künste gibt es nun seit mehr als sieben Jahren die so genannte »Erste Hilfe«, die sich um die Betreuung der Erstsemester im Bachelor Integriertes Design bemüht. In der Tradition des Namens wurde das AID Tutorenprogramm für die Austauschstudenten konzipiert. Das Programm umfasst drei Lösungsmodelle, für die folgenden Problemansätze, persönliche Betreuung, Bereitstellung und Struktur, für den Studienalltag relevanten Information sowie die Vernetzung und Integration der ausländischen Studierenden mit den regulären Studierenden der HfK Bremen.

Lennart Klein: AID auf Facebook
AID auf Facebook

AID auf Facebook Die Vernetzung und Integration der ausländischen Studierenden mit den regulären Studenten der HfK war vor allem ein Punkt, der vom International Office geäußert wurde. Viel Studierende mit Auslandserfahrung können vom Phänomen der sogenannten »Erasmus Bubble« berichten. Gemeint ist damit, dass viele der Studierenden in einer parallelen Studierendengemeinschaft, neben den regulären Studierenden am Standort leben. Man pflegt den Umgang mit anderen Gaststudierenden mehr als den Umgang mit den regulären Studenten der Hochschule. Dies hat keinen größeren negativen Effekt für die Gaststudenten, denn sie erfahren trotz wenigen Kontaktes mit den einheimischen Studierenden trotzdem einen kulturellen Austausch untereinander. Der Internationalisierungseffekt für die regulären Studierenden des Standortes wird jedoch gedämpft.
Diese gruppendynamische Entwicklung wird durch die Programme der HfK Bremen noch gefördert. Zum einen findet die Orientierungsphase in der Orientierungswoche nur für die Gaststudenten statt – mit dem Effekt, dass bereits hier eine Gruppenbildung voran getrieben wird. Ein offenes Angebot würde es ermöglichen auch den regulären Studierenden die Gaststudenten kennenzulernen. Andre Hochschulen wie die Hochschule Wismar handhaben dies bereits anders, hier ist es für die regulären Studierenden verpflichtend, an Aktivitäten mit den Gaststudierenden teilzunehmen. Ein weiterer Fall, durch den solche Dynamiken begünstigt werden, sind die geheimen Facebook-Gruppen, die vom International Office für die Gaststudierenden eingerichtet werden. Pro Semester wird eine neue Gruppe eingerichtet, in der oft nicht mal die Studierenden aus dem vorangegangenem Semester als Mitglieder aufgenommen werden. Eine HfK-Bremen-weite Gruppe, würde zum einen eine bessere Vernetzung unter den Gaststudierenden ermöglichen, aber auch den regulären Studierenden die Möglichkeit einräumen, mit den Gaststudierenden zu interagieren.

Lennart Klein: AID Portal
AID Portal – aid.hfk-bremen.de

AID Portal »Oh boy, what a chaos!« – Zu dieser Aussage ließ sich im Sommersemester 2015 eine italienische Austauschstudentin verleiten. Gemeint waren die Informationsstrukturen an der HfK Bremen. In der Vergangenheit mussten die Gaststudierenden auf drei Informationsquellen zurückgreifen, um die für den Aufenthalt relevanten Informationen zu erhalten. Die Quellen setzen sich auf einem PDF-Guide des International Office, der HfK-Webseite und dem Artist Portal zusammen. Aus dieser Prämisse heraus ist das Konzept für das AID Portal entstanden. Das Portal bietet den Studierten einen zentralen Informationspunkt, auf dem die Informationen gebündelt und strukturiert eingebracht sind.
Ein Step-by-Step-Guide leitet die Studierenden Schritt für Schritt durch die administrativen Hürden des Aufenthaltes an der HfK Bremen. Von der Ankunft bis zur Abreise werden hier alle Informationen bereitgestellt. Querverweise im Text erlauben es dem Leser, schneller neue Informationen zu finden. Die Inhalte sind dabei so strukturiert, dass sie wie ein Buch Seite für Seite gelesen und erfasst werden können. Weiter findet der Leser neben den Informationen auch die dazugehörigen Ansprechpartner und deren Kontaktinformationen. Eine weitere Möglichkeit zur Informationsbeschaffung bietet der sogenannte A-Z Index. Dieser Index richtet sich an die bereits etwas erfahreneren Studierenden. In alphabetischer Reihenfolge werden hier alle relevanten Schlüsselbegriffe wie z. B. »Transcript of Records« oder »Learning Agreement« gelistet. Dieser Index erlaubt eine gezielte Suche und die schnellen Zugriff auf die spezifischen Informationen.
Im Gegensatz zu dem bisherigen PDF-Guide lässt sich diese Informationsquelle schneller aktualisieren. Der Studierende kann außerdem von jedem internetfähigen Gerät auf das AID Portal zurückgreifen. Neben der Zentralisierung von relevanten Informationen war ein wesentlicher Anspruch an das Portal, diese multilingual bereitzustellen. Derzeit werden die Inhalte in Deutsch und Englisch angeboten.

Die Zukunft Im Mai 2016 wurde das AID Portal auf den Servern der HfK Bremen installiert und ist nun unter der Adresse aid.hfk-bremen.de erreichbar. Im August 2016 wurden final alle relevanten Informationen in das System eingepflegt. Im September wird das AID Portal dann in eine weitere Erprobungsphase starten. Ab diesem Zeitpunkt wird es sich für die neuen Austauschstudenten bewähren müssen. Diese Studierenden sind die Ersten, die von Anbeginn Ihres Aufenthaltes auf das AID Portal zugreifen werden.