Land Z - Utopische Ideen & Konzepte für die Mobilität der Zukunft
STUDIERENDE Dominik Bardelmann & Jan MengeSEMESTER Wintersemester 2021/22ART DES PROJEKTS Teamprojekt
Mobilität ist ein viel beachtetes, viel diskutiertes Thema, in dem unterschiedlichste Ansätze & Fragestellungen betrachtete und gelöst werden. Durch die intensive Untersuchung fällt es schwer, neue Ansätze & Ideen zu erarbeiten, ohne dabei bereits gedachte Lösungen zu entwickeln oder aber durch Grenzen des Themas, seiner Umwelt oder seiner Umsetzung begrenzt zu werden. Aus diesem Grund habe wir uns ganz bewusst dazu entscheiden, die Realität zu verlassen und neuartige Konzepte zu entwickeln, die sich von den Beschränkungen des Jetzt trennen.
Unter diesen Voraussetzungen und Gedanken ist Land Z entstanden. Land Z ist ein konzeptuelles Werkzeug zum Generieren von neuen Ideen der Zukunft, die sich frei von aktuellen Beschränkungen entwickeln und entfalten können. Eine Vision einer Zukunft, die aktuelle gesellschaftliche & politische Welt sowie deren Probleme als Quelle der Inspiration übernimmt, aber nicht mehr an dessen Beschränkungen geknüpft ist.
Der Individualverkehr ist in Deutschland weiterhin die dominierende Art der Mobilität. Insbesondere ländliche Räume sind bisher nur schlecht durch den öffentlichen Nahverkehr erschlossen, sodass der eigene PKW immer noch in vielen Situationen die einzige Option zur Fortbewegung ist. Dies liegt natürlich einerseits in nicht ausreichendem politischen Willen und Unterstützung des ÖPNV. Jedoch ist der ÖPNV auch in der Zukunft nicht unbedingt für alle Umstände und Situationen die beste Lösung für Mobilitätsfragen. Der ÖPNV steigert seine Effizienz vor allem indem er viele Menschen erreichet und bewegen kann. Dabei werden individuelle Bedürfnisse zusammengeschlossen und gemeinsame Interessen gesucht. Durch die kleinere Menge an Menschen sind die Überschneidungen geringer, sodass der ÖPNV nicht so effektiv in seinem Ressourceneinsatz sein kann wie der Individualverkehr.
Derzeit stehen wir in der Mobilität vorrangig in einem Besitzverhältnis. Aus diesem Besitz über einen PKW entspringt damit der Anspruch auf Mobilität. Dabei ist der Gegenstand des PKW nur ein Werkzeug, um das Ziel Mobilität zu erreichen. Der eigentliche Wert, der hier generiert wird, ist Mobilität.
Aus dem Besitzverhältnis entsteht gleichzeitig jedoch auch eine Exklusivität auf diesen Wert, sodass dieser nicht anderweitig genutzt werden kann. Wie bereits beschrieben, entsteht daraus eine geringe Ausnutzung von verfügbaren Kapazitäten. Das System kann inhärent aus seiner Struktur niemals ressourceneffizient sein. Aus diesem Grund müssen wir das Besitzverhältnis weiterentwickeln zu einem Nutzungsverhältnis. Dabei geht es im ersten Schritt darum, den Besitzprozess umzudenken.
Um diesen Prozess zu verkleinern und zu entschlacken, bietet die Blockchain als aufkommende Technologie die besten Voraussetzungen. Durch sie können Besitzverhältnisse bzw. Nutzungsverhältnisse digital sowie sicher protokolliert und gespeichert werden. Dabei kann dies komplett automatisiert ohne den Bedarf an einer zentralen kontrollierenden Stelle funktionieren.
Der NCC ist eine mediale Kampagnen, um die hier vorbestellen Konzepte und Ideale einer Nutzungsgesellschaft öffentlichkeitswirksam zu verbreiten. Es soll dabei gesellschaftliche Diskussionen anregen.
NFTs sind derzeit ein sehr aktuelles Thema und stehen in einem gewissen Hype. Es steht für Non-fungible Token. Fungible ist die Eigenschaft, dass etwas ausgetauscht oder ersetzt werden kann und den gleichen Wert beibehält. In der physischen Welt wären das zum Beispiel Währungen wie der Dollar oder Euro. Im Digitalen hingegen Kryptowährungen wie Bitcoin oder Ethereum. Hierbei ist ein einzelner Dollar gegen einen anderen austauschbar, ohne dass sich sein Wert verändert.
Non-Fungible heißt somit, dass es ein Vermögenswert ist, der nicht ersetzbar ist. Er hat einzigartige Eigenschaften, die ihn von anderen Vermögenswerten der gleichen Klasse unterscheidet. Das trifft zum Beispiel auf ein Haus oder aber auch ein Kunstgemälde zu.
Somit ist ein NFT ein kryptografisch eindeutiges, unteilbares, unersetzbares und überprüfbares Token, das einen bestimmten Gegenstand, sei er digital oder physisch, in einer Blockchain repräsentiert. Dies ermöglicht den Erwerb von digitalen Unikaten wie zum Beispiel digitaler Kunst.
Der No-Car Club ist der erste Autoklub, der das Nicht-Besitzen eines Autos feiert!
Das Konzept spielt hier ganz bewusst mit in gewisser Weise absurden Annahmen, indem es einen realen Gegenstand mit Besitzanspruch in einen digitalen Raum überträgt und dort diesen Besitzanspruch durch die Blockchain Technologie nachstellt. Dabei hat das Projekt vor allem den Zweck, Aufmerksamkeit auf das Aufgeben von Privatbesitz zu lenken. In diesem Moment ist der No-Car-Club und seine NFTs eine neue Art der gesellschaftlichen Diskussion und in gewisser Weise eine moderne Art der Petition. Hierbei nutzen wir NFTs, da sie zum einen diese digitale Einzigartigkeit abbilden können, aber zum anderen sie auch zum derzeitigen Zeitpunkt einen starken Hype unterliegen und somit die nötige Aufmerksamkeit mitbringen.
Dazu können Nutzer ihre bestehenden Fahrzeuge minten also in eine digitale Repräsentation verwandeln. Hierbei generiert sich aus den Eigenschaften, Charakteristiken und äußeren Merkmalen des Fahrzeuges ein individuelles Token, das eine grafisch abstrakte Repräsentation des Fahrzeuges darstellt. Diese wird dann als NTFs gespeichert und ist damit individuell und eindeutig mit dem Nutzer und seinem Auto verknüpft.
Ok cool, aber warum?
Der No-Car-Club will Aufmerksamkeit auf eine unorthodoxe, virale Weise auf die Fragestellung erzeugen. Die Frage und Diskussion um Besitzverhältnisse und Verschiebung von einem Besitz- in ein Nutzungsverhältnis sollen in Form einer modernen Interaktionsart verbreitet werden. Dabei wollen wir eine gesellschaftliche Diskussion starten, einen Coolnes-Faktor im Nicht-Besitzen und in die Aufgabe des eigenen Pkws erzeugen. Hierbei nutzen wir das Hype-Thema NFT als das Vehikel, um genau diese Diskussion zu starten. Man kann das Projekt dabei als eine moderne neue Form der Petition verstehen.
Mehr erfahren im Booklet oder auf ncc.dbrdlm.de